Zum Hauptinhalt springen

Workshop im Rahmen des Projekts „Kunst hoch Schule“

| Annette Zitzer | Aktuelles

[Nike, Madeleine, Lenja] Wir als Kunst+-Kurs wollten schon immer mal wie echte Künstler arbeiten, aber die teuren Materialien sind ein Problem. In dem Workshop im Rahmen des Projekts „Kunst hoch Schule“ wurde uns gezeigt, wie wir mit einfachen Zutaten unsere eigenen Ölfarben und Ölsticks herstellen und damit coole Kunstwerke zaubern können.

Ölmalerei hat den Ruf, kompliziert und teuer zu sein. Aber mit ein paar Tricks kann man als Künstler auch selbst (am besten in einem gut gelüfteten Raum!) seine eigenen Farben herstellen.

Am Dienstag stellten wir zunächst Ölsticks aus bereits fertigen Ölfarben her.
Ölsticks sind superpraktisch, um direkt zu zeichnen und zu malen. Das DIY-Rezept erfordert etwas mehr Aufwand und Hitze, aber diese Arbeit hat sich gelohnt.

Für die Herstellung verwendeten wir:
• fertige Ölfarben
• Leinöl
• gebleichtes Bienenwachs

Der erste Schritt war, das Bienenwachs zu erhitzen und dann die gleiche Menge Leinöl hinzuzugeben. Um den gewünschten Farbton zu erstellen, sollten wir zum Schluss noch ungefähr die gleiche Menge Farbe hinzugeben. Dabei gab uns die Leiterin Charlotta den Tipp, die Farben nicht nur für die Sticks, sondern auch auf Bildern immer anzumischen, weil das besser und auch realistischer aussieht als die reinen Industriefarben. Damit unser Endprodukt auch stabförmig ist, hatte Charlotta Gussformen für uns mitgebracht. 

Am Donnerstag, also am zweiten Workshop-Tag, stellten wir dann Ölfarbe her. Das Grundprinzip von Ölfarben ist simpel: Pigmente (Farbpulver) werden mit Leinöl vermischt. Jedoch ist der Herstellungsprozess etwas komplizierter.

Zuerst gaben wir eine kleine Menge Pigmentpulver auf eine raue Glasplatte. Anschließend fügten wir tropfenweise Leinöl hinzu und vermischten beides mit einem Spachtel. Da die Pigmente verklumpen, wenn man die Farbe nur umrührt, mussten wir sie auf der Platte mit einem rauen Glasstößel, dem sogenannten Glas-Müller, zerdrücken.

Mit den jeweiligen Materialien machten wir dann noch kreative Übungen.
Zum Beispiel fertigten wir eine Farbpalette für die Ölsticks und auch für die Ölfarben an. Bevor wir anfingen, lernten wir, wie man die Ölfarben auf der Palette mischt und verdünnt. Viele erstaunte der große Farbunterschied, der durch die verschiedenen Verdünnungsmittel wie Terpentin und Leinöl entstand.

Bei den Ölsticks stand besonders das abstrakte Malen im Mittelpunkt.
Diese Übung ist perfekt, um sich mit den neuen Materialien vertraut zu machen. Dabei malt man schnelle, intuitive Linien und Formen über das ganze Blatt und denkt nicht viel nach, sondern lässt die Stifte oder Pinsel einfach „fliegen“.
Eine weitere Form der Abstraktion ist das Freikratzen. Dabei werden weitere Schichten aufgetragen und mit einem spitzen Gegenstand Muster hineingekratzt, die die unteren Schichten wieder sichtbar machen (Sgraffito-Technik).

Vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, entdeckt ihr unsere Bilder aus dem Workshop noch in den Fluren. Zum Schluss noch eine Info: Ölbilder brauchen Geduld. Sie sind erst nach einigen Tagen oberflächlich trocken, aber das vollständige Aushärten kann Monate bis Jahre dauern. Ein Ölbild braucht durchschnittlich sieben Jahre zum Trocknen, damit keine Ölreste mehr übrig bleiben.

Viel Spaß beim Experimentieren und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr euer neues Lieblingshobby!